Projekte

Zusammenhang der Vermeidungs-Kennziffer „Materialkreisläufe“ aus dem Mehrwegbereich mit der Kennziffer „Kreislaufquote“, die auf einem Recycling bei gleicher Produktqualität beruht, auf Basis des Materialgewichtes; Angabe der Kreislaufquoten für PET-Getränkeflaschen, Getränkedosen und Glasflaschen in Österreich, Stand 2019 (c) Martin Wellacher

Kreislaufquote

Aufgabenstellung

Die gesetzlich festgeschriebene Recyclingrate gibt an, wieviel der Rohstoffe eines Produktes stofflich verwertet werden, allerdings ohne das Niveau der Verwertung zu berücksichtigen. Beispielsweise zählt auch ein Recycling von PET-Flaschenmaterial zu Umreifungsbändern zur Recyclingrate („Gartenzwerg-Recycling“). In diesem Beispiel ist das Recycling auch nach der zweiten Verwendung beendet, es gibt nur einen Kreislauf. Daher wurde eine Kennzahl gesucht, die angibt, wieviel Material wieder in ein gleichwertiges Produkt rezykliert wurde (bottle to bottle). Das ist dann auch die Grundlage für mehr als einen Kreislauf.

Präsentation von 2021: Wirtschaftliche Motive für Ein- und Mehrwegverpackungen

Methode

Es wurde eine Literatur- und Expertenrecherche durchgeführt. Als Daten für die Kreislaufquoten für die Getränkeverpackungsmaterialien PET, Einwegdose sowie Ein- und Mehrwegglas wurden in Österreich produzierte Abfälle aus dem Jahr 2019 und zu diesem Zeitpunkt angewendete Recyclingverfahren herangezogen.

Ergebnisse

Die Kreislaufquote ergibt sich aus dem Produkt von Sammelquote, Sortierquote, Recyclingquote und Rezyklateinsatzquote. Das Einwegprodukt PET-Flasche hatte in Österreich 2019 eine Sammelquote von 70 % (d.h. in die getrennte Sammlung), 67 % Sortierquote, 85 % Rezyklatausbeute und 34 % Rezyklateinsatzquote in das gleiche Produkt. Somit ergibt sich eine Kreislaufquote von 14 % (0,7*0,67*0,85*0,34 = 0,14). Im Vergleich dazu schreibt die EU-Einwegkunststoffprodukte-Richtlinie 2019 für PET-Kunststoff-Einweg-Getränkeflaschen einen Rezyklatanteil von 25 % bis 2025 und 30 % bis 2030 vor.

 

Auftraggeber: Internes Projekt der Arbeitsgruppe Future Waste

 

Projektlaufzeit: Oktober 2019 bis Juni 2020

 

Das Projekt wurde im Namen der Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft, unter Leitung von Martin Wellacher durchgeführt.