Projekte

Vorrichtung zur Beprobung von Abfallballen (c) Martin Wellacher

BalSam

Aufgabenstellung

BalSam – Entwicklung eines Verfahrens zur repräsentativen Beprobung von verdichteten Abfällen in Ballen

Aufbauend auf der Pressbohrmethode, die bisher nur im Labormaßstab angewendet wurde, sollte in diesem Projekt eine Methode zur repräsentativen Probenahme aus Ballen entwickelt und getestet werden. Bis dahin war eine repräsentative Probenahme von Ballen nur nach Auflösung dieser Ballen erreichbar.

Ziel des Auftrages war die Entwicklung eines Verfahrens (Methode und Apparatur) zur Gewinnung repräsentativer Proben aus Ballen.

  1. Die Apparatur soll die zerstörungsfreie Probenahme, d.h. ohne Auflösung der Ballen, ermöglichen.
  2. Die Apparatur soll für verschiedene Ballentypen (Rundballen, eckige Ballen, mit und ohne Folierung, unterschiedliche Bindeart) geeignet sein.
  3. Die Apparatur soll die Proben auf Basis von Schneid-, Fräs- oder Bohrprozessen gewinnen.
  4. Die Methode soll für verschiedene Abfallarten geeignet sein.
  5. Die Methode soll validiert werden.
  6. Die Methode soll durch ein theoretisches Modell unterstützt werden.

Publikation von 2016: Neue Methode zur Beprobung von Abfällen in Ballen 2016

Methode

Versuch zum Stand der Technik (mit Dotierungsstoff), Versuche zur Konzeptentwicklung (Ideen in Vorgesprächen und Recherche von weiteren Methoden zur Prüfung von Materialien in Ballen), Versuche zum Vergleich des Standes der Technik mit dem Konzept, Anwenderanfragen

Ergebnisse

Für eine neue Probenahmemethode für Abfälle und Recyclingmaterialien in verdichteten Ballen wurde ein Konzept entwickelt. Mit einer Betonkernbohrmaschine wird aus den Ballen Bohrklein als Probe gewonnen. Diese kann unmittelbar ohne weitere Verjüngung als Laborprobe verwendet werden. Damit werden Zerkleinerung und Probenahme in einem Schritt durchgeführt.

Potentiale für die neue Methode, wenn die hier gezeigten Ergebnisse bestätigt werden können, liegen in folgenden Bereichen:

  • Vermehrte Qualitätskontrolle von Ballen durch die Vereinfachung der Beprobungsmethode und Erhöhung der Repräsentativität
  • Erleichterung und Vereinfachung von manuellen Sortieranalysen
  • Automatisierung von Sortieranalysen mit Labor-Sortiermaschinen (z.B. auf Nahinfrarot-Basis)

 

Auftraggeber: ARA Altstoff Recycling Austria AG

 

Projektlaufzeit: Dezember 2013 bis Februar 2015

 

Das Projekt wurde im Namen der Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft, unter Leitung von Martin Wellacher durchgeführt.