Projekte

So viel Plastik im Kompost

DeSort

Aufgabenstellung

DeSort – Grundlagen für die automatische Erkennung und die sensorgestützte Sortierung von Kunststoffen in biogenen Materialien

Kunststofffehlwürfe in Bioabfällen beeinträchtigen die Recyclingfähigkeit und sind im Zuge der Bekämpfung von Landlittering und Mikroplastik wichtige Themen in der österreichischen Abfallwirtschaft. Die große Masse der biogenen Abfälle aus Haushalten wird störstoffbehaftet gesammelt. Kompostieranlagen sind dadurch in dem Dilemma aus schlechtem Ausgangsmaterial einen sauberen Kompost produzieren zu müssen.

Im Projekt war es das Ziel, Ursachen und Abhilfen für die problematische Störstoffbelastung insbesondere von Kunststoffen in biogenen Siedlungsabfällen zu erforschen und einen Beitrag zur Verbesserung der Kompostqualität in Österreich und darüber hinaus zu leisten. Die Kunststoffdetektion bei der Sammlung und eine neue Technologie zur Kompostreinigung standen im Fokus von DeSort. Außerdem sollten mögliche Verhaltensänderungen durch organisatorische Maßnahmen bei der Rückmeldung der Kunststofffehlwürfe an die Erzeuger untersucht werden.

Publikation von 2017: Störstoffmanagement in biogenen Abfällen 2017

Publikation von 2019: Automatische Erkennung von Kunststofffehlwürfen am Sammelfahrzeug 2019

Publikation von 2021: Poster zum Projekt DeSort

Methode

Methodisch wurde durch Versuche im Technikums- und Demonstrationsmaßstab und begleitenden Laboranalysen, insbesondere Sortieranalysen, gearbeitet.

Ergebnisse

Störstoffdetektion bei der Sammlung: Unter drei erprobten Methoden zur Kunststoffdetektion bei der Sammlung korrelierte das analoge „Störstoffzählen“ am besten mit den Sortieranalyseergebnissen. Auch der Aufwand beim Störstoffzählen ist gering: Durch einen kurzen Blick in die Schüttgosse des Sammelfahrzeuges wird die Anzahl der sichtbaren Störstoffe pro Behältervolumen erfasst.

DeSort-Prozess zur Kompostreinigung: Mittels mehrerer Schritte bei der Kompostreinigung konnte aus aktuell störstoffbelasteten biogenen Abfällen ein 25 mm-Kompost hergestellt werden, der hinsichtlich seiner Ballaststoffe der Kompostverordnung entsprach. Nach  dem  Stand der Technik  konnte  eine  Konformität nur mit einem 10 mm-Kompost erreicht werden. Bei einer Ausbeute von 33 % mehr Kompost und 60 % weniger Überkorn wurden auch mehr Störstoffe aus dem System ausgeschleust, verglichen mit dem Stand der Technik.

Maßnahmen zur Verhaltensänderung bei der Einbringung von Störstoffen in die Biotonne: Unter den Maßnahmen zur Verhaltensänderung der Erzeuger biogener Abfälle zur Reduktion von Störstoffen war die Verteilung von Papiersäcken als Vorsammelhilfen signifikant die erfolgreichste (Abb. 5: Kapfenberg). Die Androhung von Kosten einer Sonderentleerung hatte schwach signifikante Verbesserungen bewirkt (Graz 2), ein Motivationsschreiben alleine brachte keine Verbesserungen (Mürzzuschlag). Auch die Kombination von Papiersäcken und Androhung von Kosten einer Sonderentleerung führte zu einer messbaren Verbesserung beim Störstoffbesatz der betrachteten Biotonnen (Graz 1). Die Untersuchungen wurden über sechs bis acht Wochen durchgeführt, d.h. es wurde der Kurzzeiteffekt gemessen.

Ein weiteres spannendes Ergebnis ist die sprechende Biomülltonne Tina Tonne (Projekt VoiceBin).

 

Auftraggeber: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG)

 

Projektlaufzeit: September 2018 bis Februar 2021

 

Das Projekt wurde im Namen der Montanuniversität Leoben, Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft, unter Leitung von Martin Wellacher gestartet. Danach leitete Herr DI (FH) Josef Adam das Projekt mit Unterstützung des Ingenieurbüro Wellacher e.U.

 

Das Projekt DeSort wurde mit folgenden Partnern verwirklicht:

Binder+Co AG

Franz Poschacher – Poschacher Kompost

Holding Graz – Abfallwirtschaft

Abfallwirtschaftsverband Mürzverband